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EINLEITUNG
Das sind die subjektiven Gedanken von Jupiter Moll, den Emonauten, der phantastische Maschinen baut, um sein zerbrochenes Herz zu fühlen. Vor euch seht ihr sein feines Werk, welches seine Liebe trägt. Rot, schwarz, weiß, Mars. Die Blätter sind gefüllt mit Erfahrungen, Begegnungen im Umgang mit seinen elektronischen Maschinen. Erwartet keine Wahrheit , kein richtig oder der Falsch. Es ist seine eigene Sicht auf die Dinge, In dem er das alte Neue für sich selbst entdeckt. Und ihn die technologische Vergangenheit erschreckt. Seine Theorie war verletzlich. Etwas was ich schätze. Den Kunst war keine Idee, sondern Handwerk, Poesie, Ein Science Fiktion Roman, Im Hier und Jetzt GEDANKENNETZ Es ist Nacht . Bin zuckend aufgewacht. Ich schaue von oben auf mich herab und versuche, meine Gedanken zu ordnen. War ich nicht im Paradies mit einer Frau? Ein Traum? Nein, das kann nicht sein. Mein Herz blutet ! Ich zeichne, schreibe alles auf, was in meinem kranken Kopf herum schwiert. Will wissen, was passiert ist. Ein Gedankennetz. erscheint. Fruchtbar und so verteilt, doch alles in sich vereint: Neoanalog, Spiel, Noise ein Gebot, Readymades, , Gadget, Toys, surreale Interfaces, Licht und Ton,.. Elektronik der ewige Flow, Component Art , Kommunikation, Zufall , Technologie in einer poetischen Form, Seele, Natur, der magische Zirkel: Ort der Transformation, Improvisation – Identität, Fiktion, Real? Bewegung, Tanz, Kunst, Malerei, was auch immer So viel, alles in sich vereint. NEOANALOG [Der Programmator] Ihr müsst wissen, Unser Emonaut war einst ein Programmator von virtueller Realität. Sein Arbeitsplatz ein PC. Das Display, zweidimensional, sein einziger Schaffensort, Und das Digitale, sein logisches Wort. Tastatur, tackende Fingerspitzen und eine kreisende Maus, Sein Blick nur gerade aus, Es gab kein Links und Rechts, Sein Nacken steif, Und die Zeit verging, schneller als der herbstliche Wind. Wie ein einsames Kind [Abkehr und Sehnsucht] . Erinnere mich an diesen stürmischen Tag, an dem alles begann: Der Zweifel an der Autorität des Displays, als einziges visuelles Ausgabegerät. Was war los mit mir? Was war los mit dem Bildschirm ? Ich strecke die Hand hin zum Display, Nur eine Scheibe aus Plexiglas, Und dahinter nichts, was man anfasst, Fühlt, riecht, schmeckt Monotone Sinnlichkeit, Sehnerv überreizt Das Interface Maus Tastatur Wurde zur Qual Spürte die Unterforderung meiner Handwerklichkeit. Mein Körper verkümmerte. Wurde fett und lahm. Im Innersten sehnte ich mich, meine virtuellen Geschichten, interaktiven Objekte in die fassbare Realität zu überführen. Um dort mit ihnen zu spielen. Wie ein kleines Kind, der mit seinen Puppen Um sich herum einen magischen Zirkel kreiert. Es war die Nacht der Abkehr. Von Software zur Hardware. Vom Pixel zum Material Vom der Komplexität in eine mögliche Einfachheit. [Der Emonaut findet das Neoanaloge – Seine Berufung] Auf der Suche die abstrakte Digitaltechnologie wieder sinnlich zu machen,fand unser Emonaut die Antwort im Neoanalogen. Das Neoanaloge stand für die Anfassbarkeit des Digitalen, in dem traditionelles Handwerk und Hightech eine Synthese eingingen. Holz, Metall, Leder, Glas und Stoff waren die neuen Bauteile. aus denen technologische Gadgets gemacht werden sollten: Physikalische Objekte, die mit Datenströmen funktionierten. und eine eigene interaktive Intelligenz besaßen. Im Neoanalogen schien sich der Computer in seinen Einzelteilen aufzulösen und sich in anderen Objekten zu integrieren. Es war wie eine Art Dezentralisierung der Computers. Das Verschwinden des Pcs. Um die Geheimsprache des Neoanalogen zu entschlüsseln, musste unser Emonaut die Kunst der Elektronik und des Handwerks erlernen: In wenigen Jahren beherrschte er das Löten von elektronischen Bauteile und Schaltungen, Die Lehre über den Organismus der Maschine. Er progammierte Microchips, mit denen er die Kognition die Intelligenz seiner Objekte manipulieren konnte. Befasste sich mit der Sensortechnik, Das Fühlen und Reagieren, welche es ihm ermöglichte sinnliche Interfaces für seine phantastischen Maschinen zu kreieren. Er fing an zu Malen , Modellieren und sich für Skulptur zu interessieren, Denn Seine Objekte sollten auch einen Gestalt , eine Forn haben. Seine kreative Arbeitweise änderte sich vollkommen, Seine Bewegungen waren nicht mehr Monoton, Er spürte was er tat, im Bauen aller Art. Er fasste alles an. Sinnlicher Widerstand. DIE ABREISE Die Zeit läuft mir davon . Muss mich beeilen. Gedanken finden, Maschinen bauen , die mich weiterbringen. Mein Herz brennt. Schmilzt, Und ich denk, es ist so weit ich muss raus Von der Stadt In den Wald Packe alles ein Logbuch, Stift Allerlei Durch fahre Den Highway. Es ist Nacht und mein Herz leidet UND HAB DEN VERDACHT: Träume ich oder werde ich gerade ausgelacht.. Ein RIESE schwarz ; Versperrt mir die durchfahrt Zeigt nach Links, Ich gehorche, Seltsam.. Und biege sofort ab, Ein Tor erscheint Fahre rein.. Wirbel. Rot.. Schwarz, Weiss . READYMADES GADGETS TOYS Ich öffne die Augen. ich lebe noch. Mein Herz schlägt. Mein Atem bebt. Vor mir eine Tür. Ich öffne Sie und trete ein. Das Licht erscheint. Und ich hab`s geahnt , Duchamp mit Pfeife Sitz da. Ich strecke meine Hand . und zeige ihm mein gehacktes Toy Aus dem Trödelmarkt,. Er lacht Und mir wird klar, wir sind uns irgendwie nah. Er haucht mich an, Und ich schlaf ein. [Das Toy – Der Schlüssel zum magischen Spielzirkel – Der Transformator] Ein Tippen weckt mich auf. Es ist ein nacktes Kind, Das auf meiner Nase herum tippt. Er läuft sofort weg und ich bemerk Dass, er mir was zeigen will. Ich steh auf und lauf hinterher. Er schreit: Stop! . Und ich gehorche. Und was ich sah, War wunderbar Vor ihm liegt ein Spielzeuggewehr, Er hebt es auf und es knallt, Ein magischer Zirkel erscheint. Der Junge eben noch nackt, Verwandelt sich in den Sheriff Taktak, Und sagt : Jetzt darfst du rein . Wir spielen den ganze Tag. Ich, Bandit, und er, der mich jagt. Durch die ganze Prärie bis hin Zu den Grenzen einer fremden Stadt. Dort angekommen, endet das Spiel. Ich dreh mich um . bin plötzlich allein. Doch was ich fühlte, War nicht Einsamkeit. [Elektronische Gadgets als subversive, politische Waffe ] Mein Auto erscheint, Und ich steige ein . Der Motor brummt, Beschleunige auf 500K. Meine Neugier packt mich . Ziel ? Das Zentrum dieser geheimen Stadt, Riesige Hochhäuser verdunkeln das Land. Dort angelangt ist Aufruhr am Start. Panische Menschen laufen an mir vorbei. Doch was ist der Grund ? Ich schaue nach. Da! Im der Mitte des Markplatzes: Eine Zeitbombe! Tick- TackTick- Tack- . Oh Gott!!!!!!! Noch 1 Minute. Bis zum Knall. Ich schreie: Lassen Sie mich durch, Ich bin elektrischer Artz !!!!!!!!!! Ich schraube, cutte, löte, Doch kein Stillstand. Noch 5 Sekunden 4 2 1 0 Schließe die Augen. Vorbei? Mimi-mimi-mi-mi ertönt als Schall: Kindischer Sound ! Erwartete ich doch Donner und Rauch? Öffne mein rechtes Auge, Und ein Deckel geht auf, Uns aus dem Inneren der Zeitbombe, Kommen zwei Zwerge heraus. Sie wedeln mit Flaggen, Auf denen steht drauf: Befreiet unsere Welt von Armut und Stau !!! . Ich schmunzle und gehe Und male Ideen. INTERFACES [ Illusion – Zauberei – Höhlengleichnis] Ich sitze wieder im Auto. Seltsame Dinge geschehen . Doch mir ist klar , Das, was bist jetzt geschah, ist mir sehr nah. Die Fahrt nimmt kein ende, Es regnet. Und rote Blumen schmücken die Gegend. Ein Straßenschild erscheint: Mit der Inschrift: Heute Zauberei : Ich biege rechts ab und folge dem Pfad. Am Ende gelangt . Steht ein Zirkuszelt Von tausenden Glühwürmchen erhellt. Ich geh rein. Und wahrlich heute ist Zauberei: Georges Méliès, der französische Erfinder, Illusionist, Filmer, Zeigt seinen berühmten Zaubertrick. Neben ihm. Ein Tisch mit drei Glühbirnen. Alle noch aus. Dunkel. Die Spannung steigt. Das Publikum, verarmte Landbauern, schweigt . Er zieht einen Zauberstab aus seiner Hose heraus, Wedelt wild herum und sagt: 1, 2, 3 Die Illusion ist perfekt. Jede Glühbirne nacheinander erhellt. Erstaunen . und kurz darauf bricht Beifall aus. Klatschende Hände haben kein Ende. Ich denke nach : Will die Erkenntnis! Wie hat er es gemacht ? Na Klar !!! Magnetische Schalter, Anziehungskraft, Und Sein Zauberstock Das Interface. Ein magnetischer Stab. Für das unwissende Bauernvolk, Ein Rätsel Wie Schatten an der Wand. Mit dem platonischen Höhlengleichnis verwandt. Ich gehe zurück zum Auto Nimm ein Blatt und skizziere einige Gedanken auf: LIGHT SOUND Fahre weiter. Richtung eisige Berge. Spitz wie Pyramiden, verteilt auf schwarzer, sandiger Erde. Ein Lichtspiel ertaucht. Denn die Nacht verblasst. Es wird langsam Tag. Mache eine Pause , Und betrachte diesen rötlichen Übergang. Die Lichtstimmung. ändert sich von Minute zu Minute. Die Sonne malt mit tausenden Schatten und Millionen von roten Farben, auf den Flächen der Berge, alles neu nach. Sie scheinen sich zu bewegen, wie wandernde Sägen. Denk an Monet Und ich gesteh ,` Wie wichtig sie sind: Dunkelheit , Licht und die musikalische Begleitung: das Zwitschern der Vögel, So frei wie der Morgen. Der Wind, Die Blätter, Das Rauschen der Stadt, Und nicht zu vergessen mein eigener Herzschlag. Schön gesagt ! Eine fremde Stimme, Doch so warm, Ertönt hinter meinem Rücken. Dreh mich um. Das ist doch nicht wahr? John Cage und David Tudor !!!! Beide sind da !! Wir gehen Pilze sammeln und unterhalten uns dabei: Über elektronische Soundskulpturen jeglicher Art. Philosophieren über die grenzenlose Freiheit des Performers im Hier und Jetzt, in der Improvisation: Alles ist Musik : sogar die Stille, der Fehler Et cetera Ich liebe diesen Ansatz, Befreiet mich von Grenzen und Angst im Umgang mit meinem performativen Klang . David Tudor, Pionier der elektronischen Musik, Schenkt mir sein Radio und fordert mich auf : Mach was daraus.! Ich laufe zum Wagen und schraube es auf. Der Organismus des Radios, Die elektronische Platine, Verzweigte Straßen, Im ewigen Stromfluss. Euch, will ich neu verbinden! Einzigartige Töne verstecken sich hier, Ich nenne es Noise, Vor der Sprache war der Schrei, Mit ihm kommt sein Begleiter, der Zufall herbei. Ich bin fertig mit meiner Operation, Willst ihnen zeigen, Doch sie sind nicht mehr da. War ja klar ! Nichtsdestotrotz fahre ich fort. Finde immer mehr Gefallen an diesem surrealen Ort DIE GRETSCHENFRAGE Die Reise geht weiter, Doch nicht mehr allein Denn gestern am blutigen See.. Traf ich SIE Eine kleine Fee Sie hat mich verzaubert Und habe mich verliebt.. Und weil mein Herz Sie wollte, nahm ich Sie mit. Nun fahren wir zusammen die roten Straßen entlang, lachen und albern, und singen das heilige Lied: Die Zeit verfliegt wie eine Perle im Wind .. Ich erzähle ihr von mir, dem Emonaut, der phantastische Maschinen baut. Sie ist interessiert. Stellt mir Fragen, Will mehr . Wie viel tiefe braucht deine Kunst? Und antworte: So tief, wie ich Dich jetzt liebe Sie lacht und lässt nicht nach: Um was bereichert deine Liebe zum Neoanalogen die weltliche Kunst ? Ich denk und sag: Elektronische Kunstwerke können miteinander kommunizieren, antworten und fühlen. Sie sind nicht mehr allein. So wie wir zwei – und könnten Teil einer großen, philosophischen, phantastischen, verbundenen und spielerischen Erzählung, sein . Sie unterbricht mich> Da ! Ich schau nach Links: Ein beleuchtetes Riesenrad Ein Rummelplatz!! Freuen uns wie durchgeknallte Kinder Und fahren dorthin GAME [Rummelplatz ] Ein sonderbarer Mann öffnet uns das Tor. Es ist Roger Callois , ein Soziologe, Philosoph, Er schrieb das Buch: Die Spiele und die Menschen: Maske u. Rausch. Herein spaziert! Meine Daaaaamen und Heeeeeeeerren ! Aha! sagt sie und zieht mich an der Hand und mit einem Ruck betreten wir Phantasialand. Ein Riesengetümmel, Voller wilden Tönen, magischen Lichter, Schreiende Kinder, Wirbelnde Karussells , Elektrisierautomaten, Hau den Lukas, Autoskooter, Losbuden, Fressbuden, Bierzelte, Freakshows Geisterbahnen, Achterbahnen, Feuerwerke . Das ist kein Verlies, sondern für mich ein Paradies !! [ illinx – Rausch – alea – Zufall – mimikry – Schauspiel – agon – Wettkampf] Mein Herz rast wie nie zuvor, Wir steigen auf das Riesenrad, Und genießen zusammen für einen Augenblick, die weiten des Horizonts. Man sieht dahinten die Hochhäuser der Stadt, die Prärie, Dort den Wald und den schwarzen blutigen See. Und die Menschen, da unten, wie wandernde Ameisen, sehen sie a u s. Die Fahrt, der Rausch findet sein Ende. Steigen aus, und rennen Hand in Hand, Hin zu dem Magischen Spiegelhaus . Mystische Spiegel aus alten Zeiten soll es hier geben, welche die Wahrheit beschwören. Ich bin gespannt. Los, laß uns rein ! . Ich suche mir einen aus, mit der Inschrift? Mal schauen? Ja, den Deine Rollen im Regen Stell mich davor, Warte und nichts passiert. Doch plötzlich ratterst und shutterst Eine Bildersequenz wie ein Comicstrip, Vor meinen Augen erscheint, Und sehe: Einen Künstler, Einen Erfinder; Einen Operator, Einen Performer Einen Musiker, Don Quijote, Einen Gamedesigner Einen Maskierten, Einen romantischen Futurist Einen Illusionist Und am Ende mich Nackt. Als sieben jähriges Kind Im Regen. Ich erschrecke, doch meine Fee ist bei mir, Sie flüstert mir ein Zauberspruch herbei: Du bist du und Ich bin ich in unserer eigenen Zeit. Goodbye. Ich lächele und wir verlassen zusammen diesen verwunschenen Ort. Haben Hunger. Gehen was essen. Trinken schwarzen Wein Nur für uns zwei. Will ihr meine Liebe beweisen, Und nehme Sie zur Schießbude mit, Bestelle zehn Schuss, Und ein Luftgewehr mit richtiger Wucht. Diese Blume da – soll mein symbolischer Artefakt sein. Konzentriere mich uns ziele. Doch verfehle. Wieder und wieder Wieder und wieder Sie schaut mich lieblich an. Lass mich doch mal ran ?! Ich sage: Nein ! . Sie zerrt an der Waffe. Ich weigere mich. Spielverderber! , schreit sie. Ein Gerangel entsteht, Plötzlich ein Schuss! Direkt in mein Herz , Ich schreie vor Schmerz. Es platzt und zerbricht Wirbel rot, schwarz weiß, Vertrieben vom Paradies. Wir zwei. Alfredo Bautista 2010